Escucha tu Corazón
Mögen meine Ohren stets offen für die Stimme meines Herzens sein und möge mir der Mut gegeben sein, ihr immer wieder zu folgen.
Mein Weg...
Seit meiner Jugend empfinde ich eine tiefe Sehnsucht nach einem sinnhaften Leben. Nur wie das aussehen sollte wusste ich lange nicht. Ebensowenig wie ich die immer wiederkehrenden, belastenden Muster loswerden sollte, mit denen ich mir selbst im Weg stand. Das machte mich unzufrieden und verzweifelt.
Meine Antwort darauf waren ausgedehnte Reisen in Europa und Südamerika, ich wollte etwas von der Welt sehen, andere Kulturen kennenlernen und mal wirklich weit weg von zu Hause sein. So pilgerte ich über 2000 km zu Fuß auf mehreren Routen des Jakobsweges, besuchte verschiedene Kommunen, träumte vom Leben als Aussteiger oder half als Freiwilliger in unterschiedlichen Projekten. Ich probierte verschiedenste Jobs und las unzählige Selbsthilfe-Bücher - alles um irgendwie meine Sehnsucht zu stillen oder "glücklicher" (aber insgeheim oft auch um "besser") zu werden.
Ich machte in dieser Zeit wertvolle Erfahrungen, die ich auf keinen Fall missen möchte, traf wunderbare Menschen und hatte meine ersten Berührungspunkte mit Meditation und Yoga. Einen richtigen Beruf oder Plan für mein Leben hatte ich aber noch immer nicht und rutschte regelmäßig in schwere Krisen, bis ich schließlich 2017 zum ersten Mal die Diagnose Depression bekam.
Das war zunächst mal ein Schock: jetzt war ich auch einer dieser "Verrückten" und "Kaputten", ein "Psycho"!
Aber da war auch Erleichterung: endlich hat das Phänomen einen Namen, ich bin nicht allein damit, "einfach nur faul" oder "zu dumm" - und es gibt Unterstützung!
Daraufhin begann eine neue Phase des intensiven Erforschens meiner Selbst und meiner Depression, die bis heute andauert. Mit der Zeit konnte ich mehr Klarheit in mein Familiensystem bringen, viele meiner automatischen Reaktionsmuster aufdecken und neue, heilsamere Verhaltensweisen lernen. Besonders das (Wieder-) Entdecken und Erlauben meiner Bedürfnisse, Gefühle und Selbstregulationsfähigkeit ist für mich immer wieder essenziell. Ebenso das Anerkennen und Hinterfragen sozialstruktureller Bedingungen, die meine mentale Gesundheit maßgeblich beeinflussen.
All das wäre ohne die Unterstützung wunderbarer Menschen & Lehrer:innen, toller Psychotherapeut:innen sowie der wundersamen Kraft der Natur nicht möglich gewesen. Möge ich stets dankbar für euch sein.
Mittlerweile glaube ich, dass es im Kern Verbundenheit war, wonach ich mich all die Jahre gesehnt habe: Mit mir Selbst, meinem Körper, meinem Herzen, anderen Menschen und der Natur. Oder anders ausgedrückt: Verbindung mit dem Wunder des Lebens.
Besonders kraftvolle Gefährten sind für mich Achtsamkeit, Mitgefühl und Körperarbeit geworden. Dabei folgte ich zunächst dem Soto-Zen nach Dogen Zenji und fühle mich mittlerweile bei den Achtsamkeitsübungen aus den MBSR-Programmen nach Jon Kabat-Zinn sowie MSC nach Christopher Germer, Kristin Neff & Christine Brähler angekommen. Meine Erfahrungen im Bereich der Körperarbeit sind geprägt von integrativem Yoga (bhakti, hatha & raja) integrativer Tanztherapie sowie Körpertherapie.
Da die Natur mich mit ihrer Art, innere Prozesse einzurahmen, schon immer berührt hat, sind auch Methoden der Wildnispädagogik ein fester Bestandteil meiner Arbeit.
Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen weiterzugeben und ein Stück deines oder eures Weges zu begleiten!
"Im Leben gibt es verregnete, windige und stürmische Tage, doch was auch passiert, lass dich nieder zum Zazen!"
Kosho Uchiyama Roshi